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Warnung vor zu vielen CT-Scans: Könnten bis zu 100.000 zusätzliche Krebsfälle verursachen?

Warnung vor zu vielen CT-Scans: Könnten bis zu 100.000 zusätzliche Krebsfälle verursachen?

Die neuesten Studien haben eine beunruhigende Botschaft: Zu viele Computertomografien (CT-Scans) könnten Tausende zusätzlicher Krebsfälle in Deutschland auslösen. Radiologen warnen, dass die wachsende Nutzung der bildgebenden Verfahren in der Medizin langfristig zu einem erhöhten Krebsrisiko für Patienten führen kann. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, deren Gewebe empfindlicher auf Strahlung reagiert.

Experten fordern daher, den Einsatz von CT-Scans kritisch zu überprüfen und die Strahlenbelastung auf das medizinisch Notwendige zu beschränken. Nur so lässt sich das Krebsrisiko für Patientinnen und Patienten minimieren. Wie die Studie die möglichen Gefahren einschätzt und was Betroffene tun können, erklären wir im Folgenden.

Was die Studie konkret zeigt

Die neue Auswertung stammt vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Demnach könnten allein in Deutschland bis zu 100.000 zusätzliche Krebsfälle durch den steigenden Einsatz von Computertomografien ausgelöst werden. Die Forscher haben dafür Daten aus mehreren Ländern zusammengetragen und hochgerechnet.

Zwar haben CT-Scans die Medizin in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert, da sie Ärzten schnelle und genaue Einblicke in den Körper ermöglichen. Allerdings gehen mit jeder Untersuchung auch Strahlenbelastungen einher, die sich über die Jahre aufaddieren können.

Laut den Experten werden in Deutschland jährlich rund 20 Millionen CT-Untersuchungen durchgeführt. Jede einzelne davon birgt ein gewisses Krebsrisiko – vor allem, wenn Patientinnen und Patienten im Laufe ihres Lebens mehrfach gescannt werden müssen.

Warum Kinder deutlich stärker gefährdet sind

Besonders alarmierend ist, dass Kinder und Jugendliche durch CT-Scans einem deutlich höheren Krebsrisiko ausgesetzt sind als Erwachsene. Ihre Zellen und Gewebe sind empfindlicher gegenüber ionisierender Strahlung, da sie sich noch in der Entwicklung befinden.

Laut der Studie haben Kinder, die vor ihrem 20. Lebensjahr einem CT-Scan unterzogen werden, ein bis zu 30 Prozent höheres Krebsrisiko als gleichaltrige Kinder ohne solche Untersuchungen. Bei Erwachsenen liegt der Wert hingegen “nur” bei rund 3 Prozent.

Umso wichtiger ist es, dass Ärzte den Einsatz von Computertomografien bei jüngeren Patientinnen und Patienten äußerst sorgfältig abwägen und Alternativen wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie prüfen.

Radiologen schlagen bremsend auf die Alarmglocke

Die Ergebnisse der Studie haben bei Medizinern große Besorgnis ausgelöst. Die Deutsche Röntgengesellschaft warnt eindringlich vor den möglichen Folgen des unkontrollierten CT-Einsatzes.

“Wir müssen den Strahlenschutz der Patienten ganz oben auf die Agenda setzen. Jede einzelne Untersuchung muss kritisch hinterfragt werden.”– Prof. Dr. Gerald Antoch, Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft

Radiologen fordern, den Einsatz von CT-Scans auf das medizinisch Notwendige zu begrenzen und Alternativen stärker in Betracht zu ziehen. Nur so lasse sich das Krebsrisiko für Patientinnen und Patienten deutlich reduzieren.

Weniger Strahlung, gezielter einsetzen: „so wenig wie möglich, so viel wie nötig”

Um die Strahlenbelastung durch CT-Scans zu senken, empfehlen Experten verschiedene Maßnahmen:

Empfehlung Erläuterung
Gezielter Einsatz CT-Scans nur dann durchführen, wenn sie wirklich medizinisch notwendig sind. Ärzte sollten zunächst andere Methoden wie Ultraschall oder MRT in Betracht ziehen.
Dosisoptimierung Die Strahlendosis bei CT-Scans so gering wie möglich halten, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen.
Aufklärung der Patienten Patientinnen und Patienten über Risiken und Alternativmethoden informieren, um eine gemeinsame Entscheidung treffen zu können.

„So wenig Strahlung wie möglich, so viel wie nötig” – das ist das Motto, das Ärzte und Radiologen künftig beherzigen müssen. Nur so lässt sich das Krebsrisiko durch CT-Scans deutlich senken.

Was passiert bei einem CT im Körper?

Bei einem Computertomografen rotiert eine Röntgenröhre um den Körper und nimmt aus verschiedenen Winkeln Aufnahmen auf. Diese werden dann von einem Computer zu einem dreidimensionalen Bild des Körperinneren zusammengesetzt.

Obwohl die Strahlenbelastung pro Untersuchung relativ gering ist, summiert sie sich bei wiederholten Scans über die Jahre erheblich auf. Gerade bei Kindern und Jugendlichen kann dies langfristig zu einem deutlich erhöhten Krebsrisiko führen.

Aus diesem Grund raten Experten dringend dazu, CT-Untersuchungen nur dann durchzuführen, wenn sie wirklich medizinisch notwendig sind. In vielen Fällen können auch andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT eine gute Alternative sein.

Was Patientinnen und Patienten konkret tun können

Patientinnen und Patienten können selbst einiges dazu beitragen, um ihr Krebsrisiko durch CT-Scans zu minimieren:

Empfehlung Erläuterung
Rückfragen stellen Bei der Empfehlung einer CT-Untersuchung kritisch nachfragen, ob es wirklich keine Alternative gibt.
Alternativmethoden prüfen Ärzte nach Ultraschall, MRT oder anderen Verfahren fragen, die ohne Strahlung auskommen.
Strahlendosis erfragen Nachfragen, wie hoch die Strahlendosis bei einer CT-Untersuchung sein wird.
Risiken hinterfragen Ärzte um eine Einschätzung des individuellen Krebsrisikos bitten.

Je mehr sich Patientinnen und Patienten mit dem Thema auseinandersetzen, desto besser können sie gemeinsam mit ihren Ärzten die richtige Entscheidung treffen.

Einordnung für den deutschsprachigen Raum

Die Studie aus Deutschland zeigt zwar beunruhigende Erkenntnisse, doch lassen sich diese nicht eins zu eins auf andere Länder übertragen. In der Schweiz und Österreich etwa liegt die Zahl der jährlichen CT-Untersuchungen deutlich niedriger als in Deutschland.

Dennoch warnen auch hiesige Experten vor den Gefahren einer unkontrollierten Zunahme bildgebender Verfahren. Ärzteverbände und Behörden haben die Risiken längst auf dem Schirm und erarbeiten Konzepte, um den Strahlenschutz zu verbessern.

Entscheidend wird sein, dass Ärzte, Krankenhäuser und Patienten künftig noch sensibler mit dem Thema umgehen. Nur so lässt sich das Krebsrisiko durch CT-Scans wirkungsvoll minimieren.

Wie sich Risiken aufaddieren

Bei CT-Untersuchungen summiert sich die Strahlenbelastung über die Jahre auf – mit potenziell gravierenden Folgen. Besonders deutlich wird dies am Beispiel von Kindern:

“Wenn ein Kind bereits in jungen Jahren mehrmals gescannt werden muss, kann sich das Krebsrisiko im Laufe des Lebens deutlich erhöhen.”– Prof. Dr. Sönke Langner, Radiologe an der Universitätsmedizin Greifswald

Auch Erwachsene, die im Laufe ihres Lebens wiederholt CT-Scans benötigen, tragen ein steigendes Krebsrisiko. Umso wichtiger ist es, den Einsatz der Computertomografie kritisch zu hinterfragen und Alternativen in Betracht zu ziehen.

Nur so lässt sich das Risiko für Patientinnen und Patienten langfristig minimieren – und gleichzeitig die Vorteile der bildgebenden Verfahren in der Medizin nutzen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist das Krebsrisiko durch einen einzelnen CT-Scan?

Das individuelle Krebsrisiko durch einen einzelnen CT-Scan ist relativ gering, liegt aber je nach Untersuchung und Patientenalter bei 0,1 bis 0,5 Prozent. Entscheidend ist jedoch, dass sich die Strahlenbelastung bei wiederholten Scans über die Jahre deutlich aufaddiert.

Welche Alternativen zu CT-Scans gibt es?

Statt Computertomografien kommen für viele Diagnosen auch Ultraschall, Magnetresonanztomografie (MRT) oder konventionelle Röntgenaufnahmen in Frage. Diese Verfahren arbeiten ohne ionisierende Strahlung.

Wer ist besonders gefährdet?

Kinder und Jugendliche sind deutlich stärker gefährdet als Erwachsene, da ihr Körper empfindlicher auf Strahlung reagiert. Aber auch Erwachsene, die im Laufe ihres Lebens mehrfach gescannt werden müssen, tragen ein erhöhtes Krebsrisiko.

Was können Patienten selbst tun?

Patienten sollten Ärzte immer kritisch nach Alternativen zu CT-Scans fragen und die Strahlendosis erfragen. Bei Kindern und Jugendlichen sollten Eltern besonders wachsam sein und Ärzte nach Risiken und Schutzmaßnahmen befragen.

Wie wird der Strahlenschutz in Zukunft verbessert?

Ärzte, Krankenhäuser und Behörden erarbeiten derzeit Konzepte, um den Einsatz von CT-Scans stärker zu kontrollieren und die Strahlendosis zu optimieren. Auch Aufklärungskampagnen für Patienten sind geplant.

Wie sieht die Situation in anderen Ländern aus?

In Deutschland werden deutlich mehr CT-Scans durchgeführt als in anderen deutschsprachigen Ländern wie Österreich oder der Schweiz. Dennoch warnen auch dort Experten vor den Gefahren einer unkontrollierten Zunahme.

Wie lässt sich das Krebsrisiko senken?

Entscheidend ist, CT-Scans nur dann durchzuführen, wenn sie wirklich medizinisch notwendig sind. Ärzte müssen Alternativen prüfen und die Strahlendosis so gering wie möglich halten. Patienten sollten aktiv nachfragen und an der Entscheidung mitwirken.

Wie groß ist das Gesamtrisiko in Deutschland?

Laut Schätzungen könnten in Deutschland bis zu 100.000 zusätzliche Krebsfälle durch den steigenden Einsatz von CT-Scans verursacht werden. Das Risiko betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, deren Gewebe empfindlicher auf Strahlung reagiert.