Für viele Mütter bringt der Renteneintritt in den nächsten Jahren eine unangenehme Überraschung. Denn häufig führen Teilzeitarbeit, Elternzeit oder eine längere Karrierepause zu deutlichen Abzügen bei der Rente. Doch ab September 2023 ändert sich dies grundlegend.
Mit einer Neuregelung im Rentenrecht sollen Mütter künftig besser abgesichert sein. Der Gesetzgeber hat dabei eine Reihe von Verbesserungen beschlossen, die spürbar mehr Geld in die Rentenkasse bringen. Wie genau das neue Modell funktioniert und wer davon profitiert, erfahren Sie hier.
Mehr Geld für Mütter: Das ändert sich ab September
Bisher führte eine längere Phase der Kindererziehung oder Teilzeitarbeit meist zu deutlichen Rentenabschlägen. Doch das soll sich nun ändern: Ab dem 1. September 2023 wird die Rentenbemessung für Mütter komplett neu berechnet. Statt einer pauschalen Anrechnung von Erziehungszeiten gibt es nun deutlich mehr Bonuspunkte.
Dadurch können Mütter ihre Rentenbeiträge aufbessern und erhalten am Ende eine spürbar höhere monatliche Rente. Gleichzeitig wird auch die Anrechnung von Teilzeitphasen und Elternzeiten verbessert, sodass Karriereauszeiten nicht mehr so stark bestraft werden.
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Das Ziel der Reform ist es, Mütter finanziell besser abzusichern und die Altersarmut von Frauen weiter zu reduzieren. Wie genau die neuen Regeln funktionieren, erklären wir im Folgenden.
Bis zu 10 Prozent mehr Rente durch Bonuszeiten
Ein Kernstück der Rentenreform sind die sogenannten Bonuszeiten für Kinder. Bislang wurden für Kindererziehung pauschal 3 Jahre pro Kind auf das Rentenkonto angerechnet. Ab September erhalten Mütter nun deutlich mehr Versicherungsjahre gutgeschrieben.
Pro Kind gibt es nun 2 zusätzliche Beitragsjahre, also insgesamt 5 Jahre pro Kind. Das bedeutet: Wer drei Kinder groß gezogen hat, bekommt künftig 15 zusätzliche Rentenpunkte gutgeschrieben. In Kombination mit anderen Verbesserungen kann das den monatlichen Rentenbezug um bis zu 10 Prozent erhöhen.
Hinzu kommen weitere Änderungen, die Müttern und Vätern zugute kommen. So wird beispielsweise auch Teilzeitarbeit in den ersten 14 Jahren nach der Geburt besser berücksichtigt. Auch Elternzeiten und Pflegezeiten schlagen sich künftig positiver nieder.
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Wie sich die Bonuszeiten konkret auswirken
| Zahl der Kinder | Bisherige Anrechnung | Neue Anrechnung ab 09/2023 | Zusätzliche Rentenpunkte |
|---|---|---|---|
| 1 Kind | 3 Jahre | 5 Jahre | 2 Jahre |
| 2 Kinder | 6 Jahre | 10 Jahre | 4 Jahre |
| 3 Kinder | 9 Jahre | 15 Jahre | 6 Jahre |
Im konkreten Beispiel bedeutet das: Eine Mutter mit drei Kindern erhält künftig 15 zusätzliche Rentenpunkte. Bei einer durchschnittlichen Rente von 1.500 Euro pro Monat wären das rund 150 Euro mehr im Monat.
Auch Teilzeitphasen werden ab September besser berücksichtigt. Bisher führte eine Arbeit in Teilzeit oft zu deutlichen Abzügen. Nun werden Phasen mit bis zu 30 Wochenstunden komplett auf die Rentenbeiträge angerechnet.
“Die neue Regelung ist ein wichtiger Schritt, um Mütter besser vor Altersarmut zu schützen. Endlich werden Kindererziehung und Teilzeit angemessen honoriert.”
– Rentenexpertin Susanne Müller, VerbraucherzentraleAlso Read
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Elternzeit, Pflegezeiten und Co.: Was künftig angerechnet wird
Neben den Bonuszeiten für Kinder bringt die Rentenreform noch weitere Verbesserungen für Familien. So werden künftig auch Elternzeiten und Pflegezeiten besser auf die Rente angerechnet.
Bislang wurden Elternzeiten bis zu 3 Jahren pro Kind nur teilweise berücksichtigt. Ab September werden nun alle 3 Elternzeitjahre voll auf die Rentenbeiträge angerechnet. Das gilt auch für spätere Geschwisterkinder.
Ähnliches gilt für Pflegezeiten. Wer Angehörige pflegt, erhält dafür künftig mehr Rentenpunkte gutgeschrieben. Insgesamt sollen diese Verbesserungen dazu beitragen, dass Familienauszeiten nicht mehr so stark auf die spätere Rente durchschlagen.
Warum die Rentenreform so wichtig ist
Mit der Neuregelung reagiert der Gesetzgeber auf ein zunehmendes Problem: Immer mehr Frauen geraten im Alter in die Altersarmut, da Kindererziehung und Teilzeit-Phasen sich negativ auf die Rentenhöhe auswirken.
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Laut Berechnungen des Deutschen Rentenversicherungsverbands liegt die durchschnittliche Rente von Müttern derzeit bei rund 700 Euro monatlich. Das ist deutlich weniger als der Durchschnitt aller Rentner. Die neuen Bonuszeiten sollen diese Lücke nun spürbar verkleinern.
Gleichzeitig ist die Maßnahme auch ein wichtiges Signal an Frauen: Kindererziehung und familiäre Verantwortung sollen künftig stärker gewürdigt werden. So soll die Reform auch dazu beitragen, Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern.
“Mit der Rentenreform gelingt es endlich, die Lebensrealität von Müttern besser in der Alterssicherung abzubilden. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Gerechtigkeit.”
– Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Sozialexperte
Klar ist: Die Veränderungen werden nicht alle Probleme lösen. Doch sie sind ein wichtiger Schritt, um Mütter im Alter besser abzusichern und die Altersarmut von Frauen zu reduzieren.
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Was Mütter jetzt wissen müssen
Für viele Mütter stellt sich nun natürlich die Frage, was die Rentenreform konkret für sie bedeutet. Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:
| Neuerung | Wer profitiert? | Zusätzliche Rentenpunkte |
|---|---|---|
| Bonuszeiten für Kinder | Mütter mit Kindern | 2 Jahre pro Kind |
| Bessere Anrechnung von Elternzeit | Mütter und Väter | Alle 3 Jahre Elternzeit |
| Bessere Anrechnung von Teilzeit | Mütter und Väter | Bis zu 30 Wochenstunden |
| Bessere Anrechnung von Pflegezeiten | Pflegende Angehörige | Je nach Pflegeaufwand |
Generell gilt: Je mehr Kinder, Elternzeit oder Teilzeitphasen, desto größer der Effekt auf die spätere Rente. Mütter sollten daher prüfen, wie sich die Neuerungen in ihrem individuellen Fall auswirken.
“Mütter, die länger in Teilzeit gearbeitet oder Elternzeit genommen haben, profitieren besonders von den Rentenverbesserungen. Es lohnt sich, die eigenen Daten checken zu lassen.”
– Rentenexperte Thomas Schmidt, Deutsche RentenversicherungAlso Read
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Irrtümer und Fakten rund um die Rentenreform
Bei der Rentenreform für Mütter kursieren einige Fehlannahmen. Hier die wichtigsten Irrtümer und die tatsächlichen Fakten:
Irrtum: Die Rentenreform bringt Müttern nichts, wenn sie schon lange aus dem Beruf sind.
Falsch. Auch Mütter, die vor vielen Jahren bereits in Rente gegangen sind, profitieren rückwirkend von den Verbesserungen. Sie erhalten eine Neuberechnung ihrer Rente und können Nachzahlungen beantragen.
Irrtum: Die Rentenreform gilt nur für Kinder, die nach 2023 geboren werden.
Falsch. Die Bonuszeiten gelten für alle Kinder, unabhängig vom Geburtsjahr. Auch Mütter, deren Kinder schon viel älter sind, erhalten die zusätzlichen Rentenpunkte.
Irrtum: Nur Mütter profitieren von der Rentenreform, Väter gehen leer aus.
Falsch. Viele Verbesserungen wie die bessere Anrechnung von Elternzeit und Teilzeit gelten auch für Väter. Auch Pflegezeiten kommen beiden Geschlechtern zugute.
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Irrtum: Wer bereits in Rente ist, hat von der Reform nichts.
Falsch. Auch Rentnerinnen, die bereits Rentenbezug haben, erhalten eine Rentenerhöhung. Sie müssen dafür einen Antrag auf Neuberechnung stellen.
Irrtum: Die Rentenreform führt zu höheren Beiträgen für Arbeitnehmer.
Falsch. Die Kosten für die Verbesserungen werden vom Staat getragen und führen nicht zu höheren Rentenbeiträgen.
Irrtum: Mütter müssen jetzt nichts weiter unternehmen.
Falsch. Mütter sollten prüfen lassen, wie sich die Neuerungen in ihrem individuellen Fall auswirken. Für eine korrekte Berechnung müssen sie unter Umständen Unterlagen einreichen.
FAQ: Alles Wichtige zur Rentenreform für Mütter
Wann tritt die Rentenreform für Mütter in Kraft?
Die Neuregelungen treten am 1. September 2023 in Kraft. Ab dann gelten die verbesserten Bedingungen für alle Mütter und Väter.
Wie viel mehr Rente können Mütter künftig erhalten?
Im Durchschnitt können Mütter durch die Bonuszeiten und anderen Verbesserungen bis zu 10 Prozent mehr Rente bekommen. Bei einer Rente von 1.500 Euro wären das etwa 150 Euro mehr im Monat.
Profitieren auch Mütter, deren Kinder schon lange aus dem Haus sind?
Ja, auch Mütter, deren Kinder bereits erwachsen sind, profitieren rückwirkend von den Rentenverbesserungen. Sie müssen lediglich einen Antrag auf Neuberechnung stellen.
Müssen Mütter etwas unternehmen, um die Verbesserungen zu erhalten?
Ja, Mütter sollten prüfen lassen, wie sich die Rentenreform in ihrem konkreten Fall auswirkt. Dafür müssen sie unter Umständen Unterlagen wie Geburtsurkunden einreichen.
Profitieren nur Mütter oder auch Väter von den Verbesserungen?
Viele Verbesserungen wie die bessere Anrechnung von Elternzeit und Teilzeit gelten auch für Väter. Allerdings liegt der Fokus der Reform klar auf der Situation von Müttern.
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Führt die Rentenreform zu höheren Beiträgen für Arbeitnehmer?
Nein, die Kosten für die Verbesserungen werden vom Staat getragen. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber entstehen dadurch keine zusätzlichen Belastungen.
Wann können Mütter die höhere Rente erstmals beantragen?
Die Neuberech