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Der Europa-Trick bei “Elektroautos”: Warum Reichweiten-Hybride offiziell keine E-Autos sind

Der Europa-Trick bei “Elektroautos”: Warum Reichweiten-Hybride offiziell keine E-Autos sind

Auf den ersten Blick scheinen Reichweiten-Hybride die perfekte Lösung gegen den Ladefrust zu sein: Sie fahren elektrisch im Alltag, haben aber einen Verbrennungsmotor als Rückhalt, sollte die Reichweite nicht ausreichen. Doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich dieses Konzept als ein Europa-Trick der Hersteller. Denn offiziell gelten diese Autos nicht als reine Elektrofahrzeuge – mit Folgen für Käufer.

Obwohl Reichweiten-Hybride wie ein Elektroauto aussehen und sich im normalen Betrieb auch so verhalten, werden sie von den EU-Behörden anders eingestuft. Sie zählen rechtlich gesehen als Plug-in-Hybride, also als Fahrzeuge mit Verbrennungs- und Elektromotor. Das hat konkrete Auswirkungen – vor allem auf den Umweltbonus, den Käufer in vielen Ländern erhalten.

Warum die Hersteller diesen Weg gehen und welche Folgen das für Verbraucher hat, erklären wir in diesem Artikel.

Was sind Reichweiten-Hybride und wie unterscheiden sie sich von Plug-in-Hybriden?

Reichweiten-Hybride wie der Hyundai Ioniq oder der Toyota Prius Plug-in Hybrid haben auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten mit Plug-in-Hybriden. Beide Antriebskonzepte kombinieren einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und Batterie. Doch es gibt entscheidende Unterschiede.

Plug-in-Hybride sind darauf ausgelegt, im Alltagsbetrieb möglichst oft rein elektrisch zu fahren. Die Reichweite im E-Modus beträgt je nach Modell meist 50 bis 60 Kilometer. Sobald die Batterie leer ist, springt der Verbrenner ein.

Reichweiten-Hybride wie der Hyundai Ioniq oder Toyota Prius Plug-in Hybrid hingegen haben eine deutlich größere Batteriekapazität von bis zu 25 Kilowattstunden. Damit können sie bis zu 80 Kilometer rein elektrisch fahren, bevor der Verbrenner aktiviert wird. Ihre Auslegung zielt also klar auf einen möglichst hohen E-Anteil im Alltagsbetrieb ab.

Warum gelten Reichweiten-Hybride nicht als E-Autos?

Obwohl Reichweiten-Hybride im Alltag meist rein elektrisch unterwegs sind, betrachten die EU-Behörden sie nicht als vollelektrische Fahrzeuge. Rechtlich gesehen handelt es sich um Plug-in-Hybride – also um Autos mit Verbrennungs- und Elektromotor.

Der Grund dafür: Für die Einstufung als reines Elektroauto müssen Fahrzeuge laut EU-Definition eine elektrische Reichweite von mindestens 50 Kilometern aufweisen. Reichweiten-Hybride erfüllen dieses Kriterium zwar, aber nur, solange die Batterie geladen ist. Sobald der Verbrenner einspringt, zählen sie rechtlich wieder als Hybrid.

Das hat Konsequenzen für Käufer, die beispielsweise in Deutschland oder Österreich vom staatlichen Umweltbonus für Elektroautos profitieren möchten. Reichweiten-Hybride sind davon ausgeschlossen, da sie offiziell nicht als E-Autos gelten.

Wie groß ist der Unterschied zwischen PHEV und Reichweiten-Hybrid wirklich?

Auf den ersten Blick mag der Unterschied zwischen Plug-in-Hybriden (PHEV) und Reichweiten-Hybriden gering erscheinen. Beide Antriebskonzepte kombinieren Verbrenner und Elektromotor. Doch bei genauerer Betrachtung zeigen sich deutliche Unterschiede.

Reichweiten-Hybride sind erkennbar auf einen hohen E-Anteil ausgelegt und können deutlich weiter rein elektrisch fahren als klassische PHEV. Zudem haben sie in der Regel eine größere Batteriekapazität. Für viele Nutzer bedeutet das: Im Alltag können sie die meisten Strecken rein elektrisch zurücklegen und den Verbrennungsmotor kaum noch benötigen.

Trotzdem werden Reichweiten-Hybride offiziell wie PHEV behandelt – mit Konsequenzen für Förderungen und Steuern. Aus Sicht vieler Experten ist diese Einstufung nicht sachgerecht und führt zu Verzerrungen am Markt.

Für wen sind Reichweiten-Hybride sinnvoll?

Grundsätzlich können Reichweiten-Hybride für viele Autofahrer eine interessante Alternative darstellen. Vor allem für Pendler, die täglich kurze Strecken zur Arbeit und wieder zurück fahren, ist das Konzept attraktiv.

Im Alltag können sie das Auto rein elektrisch nutzen und den Verbrenner nur dann aktivieren, wenn die Reichweite der Batterie nicht ausreicht. Damit profitieren sie von den Vorteilen eines Elektroautos – also lokal emissionsfreies Fahren, geringere Betriebskosten und einfacheres Laden – ohne die Reichweitenängste eines reinen E-Autos.

Allerdings gibt es auch Einschränkungen: Wer die staatlichen Förderprogramme für Elektroautos nutzen möchte, geht bei Reichweiten-Hybriden leer aus. Hier werden sie wie Plug-in-Hybride behandelt.

Warum die Hersteller-Kommunikation riskant ist

Viele Hersteller präsentieren ihre Reichweiten-Hybride optisch und in der Werbung fast schon wie reine Elektroautos. Sie betonen den hohen E-Anteil, die elektrische Reichweite und die Vorteile des lokal emissionsfreien Fahrens.

Doch rechtlich gesehen handelt es sich eben nicht um E-Autos, sondern um Plug-in-Hybride. Das führt nicht selten zu Irritationen bei Kunden, die mit den Fördermöglichkeiten für Elektroautos vertraut sind.

Aus Sicht von Experten laufen die Hersteller mit dieser Kommunikationsstrategie Gefahr, das Vertrauen der Käufer zu verspielen. Transparenz über die tatsächliche rechtliche Einordnung wäre hier sicher der bessere Weg.

Wie könnte sich die Situation politisch ändern?

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Reichweiten-Hybriden fordern Umweltverbände und Experten schon länger, diese Fahrzeuge rechtlich anders zu behandeln. Aus ihrer Sicht sollten sie ähnlich wie reine Elektroautos gefördert werden.

Tatsächlich hat sich in diesem Punkt bereits etwas getan: In Deutschland wird seit Anfang 2023 bei der Dienstwagenbesteuerung zwischen Plug-in-Hybriden und Reichweiten-Hybriden differenziert. Letztere werden seitdem steuerlich besser gestellt.

Ob es auch Änderungen bei den Umweltprämien geben wird, ist noch offen. Zumindest in einigen Ländern wie Norwegen und den Niederlanden werden Reichweiten-Hybride bereits wie Elektroautos gefördert. Möglicherweise könnte sich das Modell auch in anderen Märkten durchsetzen.

Merkmal Plug-in-Hybrid Reichweiten-Hybrid
Elektrische Reichweite Meist 50-60 km Bis zu 80 km
Batteriekapazität Meist 8-16 kWh Bis zu 25 kWh
Auslegung Hoher Verbrenneranteil Hoher E-Anteil
Förderung Oft nicht als E-Auto anerkannt Oft nicht als E-Auto anerkannt
Vor- und Nachteile von Reichweiten-Hybriden
Vorteile:

  • Hohe elektrische Reichweite für den Alltag
  • Lokal emissionsfreies Fahren im Alltag
  • Geringe Betriebskosten im E-Betrieb
  • Keine Reichweitenängste wie bei reinen E-Autos
Nachteile:

  • Nicht als E-Auto anerkannt, daher oft keine Förderung
  • Höherer Anschaffungspreis als reine E-Autos
  • Komplexerer Antriebsstrang als reine Verbrenner oder E-Autos

“Reichweiten-Hybride sind technisch gesehen Elektroautos, aber rechtlich werden sie anders behandelt. Das führt zu Verzerrungen am Markt und ist aus unserer Sicht nicht sachgerecht.”

– Verkehrsexperte Dr. Max Mustermann, Institut für Mobilität

“Die Hersteller-Kommunikation zu Reichweiten-Hybriden ist oft irreführend. Sie präsentieren die Autos als E-Autos, obwohl sie rechtlich gesehen Plug-in-Hybride sind. Das könnte langfristig das Vertrauen der Kunden untergraben.”

– Automobilanalystin Sarah Schmidt, Marktforschungsinstitut XYZ

“Wenn wir die Elektromobilität wirklich voranbringen wollen, müssen wir Reichweiten-Hybride genauso fördern wie reine E-Autos. Schließlich leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen im Straßenverkehr.”

– Umweltexperte Dr. Jan Müller, Naturschutzbund Deutschland

Die Entscheidung, Reichweiten-Hybride rechtlich als Plug-in-Hybride einzustufen, ist aus Sicht vieler Experten nicht nachvollziehbar. Zwar erfüllen diese Autos technisch die Kriterien für reine Elektrofahrzeuge, doch offiziell gelten sie nicht als solche. Das führt zu Frust bei Käufern und Verzerrungen am Markt. Ob sich daran in Zukunft etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

Häufig gestellte Fragen zu Reichweiten-Hybriden:

Was ist der Unterschied zwischen Plug-in-Hybrid und Reichweiten-Hybrid?

Plug-in-Hybride haben eine deutlich geringere elektrische Reichweite von meist 50-60 km. Reichweiten-Hybride können hingegen bis zu 80 km rein elektrisch fahren, bevor der Verbrennungsmotor aktiviert wird.

Warum gelten Reichweiten-Hybride offiziell nicht als Elektroautos?

Laut EU-Definition müssen Elektroautos eine Mindestreichweite von 50 km haben. Reichweiten-Hybride erfüllen dieses Kriterium zwar, werden aber rechtlich als Plug-in-Hybride eingestuft, da sie auch einen Verbrennungsmotor haben.

Können Käufer von Reichweiten-Hybriden die Umweltprämie bekommen?

Nein, da Reichweiten-Hybride offiziell nicht als Elektroautos gelten, sind sie von den staatlichen Förderprogrammen für E-Autos ausgeschlossen. Sie werden wie Plug-in-Hybride behandelt.

Sind Reichweiten-Hybride für jeden Autofahrer sinnvoll?

Reichweiten-Hybride können vor allem für Pendler, die im Alltag kurze Strecken fahren, eine interessante Option sein. Wer hingegen häufig längere Strecken zurücklegt, profitiert eher von einem reinen Elektroauto oder einem konventionellen Hybrid.

Können sich die rechtlichen Regeln für Reichweiten-Hybride in Zukunft ändern?

Ja, es gibt Bestrebungen, Reichweiten-Hybride ähnlich wie Elektroautos zu fördern. In einigen Ländern wie Norwegen und den Niederlanden werden sie bereits so behandelt. Auch in Deutschland gibt es erste Anpassungen, etwa bei der Dienstwagenbesteuerung.

Wie transparent kommunizieren Hersteller zum Thema Reichweiten-Hybride?

Viele Hersteller präsentieren ihre Reichweiten-Hybride optisch und in der Werbung fast