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1999 J. Ellis 

 bewilligte Übersetzung von

E. Wittwer 

Dieser Text kann und soll weiter verbreitet werden, 

damit sich all die Leute Gedanken machen

 

"Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin.

Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns.

Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie ist oft

 krank und sehr dünn. Sie hatte nur sehr wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.

 Als sie mich von meiner Mama wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst

und war so traurig. Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und

ich hätte meine Mama doch so sehr gebraucht.

Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten,

das sie jetzt endlich Geld wollten und das das Geschrei meiner

Schwester und mir ihnen auf die Nerven ginge.

So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht.

 Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten,

ohnmächtig vor Angst. Niemand kam, um uns zu trösten. All diese

seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind

in einem PETSHOP, einem Laden, wo es viele Tiere gibt.

Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen. Wir hörten auch das

Wimmern von anderen Welpen. Meine Schwester und ich drückten uns

eng zusammen in dem kleinen Käfig.

Manchmal kommen Menschen um uns anzuschauen, oft ganz kleine

Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen.

Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig. Manchmal packt uns

jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten. Einige sind freundlich

und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sie

sagen Oh, sind die süß, ich will eines, aber dann gehen die Leute wieder

fort. Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf

an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen

Körperchen gewichen ist. Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nahmen,

sagen sie, sie sei krank gewesen, und ich sollte verbilligt abgegeben

werden, damit ich bald wegkomme. Niemand beachtete mein leises

weinen, als meine kleine Schwester weggeworfen wird.

Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft !

Jetzt wird alles gut! Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei

und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen. Ihr Vater

und ihre Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hündchen. Ich

heiße jetzt LEA. Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist

wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht,

passen gut auf mich auf, geben mir sehr gutes Futter und viel, viel Liebe.

Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts

ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt.

Es war ein seltsamer Ort. Mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen.

Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte,

es wäre o.k. und dann entspannte ich mich.

Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen,

sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte etwas von schweren Mängeln

und von Dysplansie E und vom Herz. Er sprach von wilden Züchtern

und das meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien.

Ich habe nichts von alldem begriffen, aber es war furchtbar,

meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich 6 Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und

stark, aber mir tut bei jeder Bewegung alles schrecklich weh. Die Schmerzen

gehen nie weg. Außerdem bekomme ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein

wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein

kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Vater und Mutter

sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.

In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es

»genetisch« und »nichts zu machen«. Ich möchte draußen in der warmen

Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen.

 

Es geht nicht. Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht einmal aufstehen, um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.

Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los?

 War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich? Nein, nein, sie liebkosen

 mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen aufhören!

 

Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchens ablecken,

 aber wenigstens erreiche ich seine Hand.

 

Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in

mein Fell, ich fühle wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es,

ihre Hand zu lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr

 

freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen.

das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich......

Gott sei Dank, der Schmerz geht zurück.

 

Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.

Ein Traum, ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern

auf einer großen grünen Wiese. Sie rufen mir zu,

 

das es dort keine Schmerzen gibt, nur Frieden und Glück.

So sage ich meiner Menschenfamilie auf wieder sehen auf die einzige mir

mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinem Schnuffeln.

 

Viele Jahre wollte ich mit euch verbringen, es hat nicht sein sollen.

Stattdessen habe ich euch so viel Kummer gemacht.

 

Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware."

LEA

 

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